Fachtagung Barrierefreie Kommunikation Bayern

Am 16.November 2015 hatte Frau Irmgard Badura, Behindertenbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, 80 Betroffene und Experten zu einer Fachtagung ins Sozialministerium eingeladen. Die Kernfrage war: Wie wichtig ist fortschrittliche Technik für Hör- und Sehbehinderte? Menschen mit Behinderungen und Experten diskutierten Möglichkeiten barrierefreier Kommunikation. Nachfolgend eine Zusammenfassung der Fachtagung.

Barrierefreie Kommunikation Bayern

Barrierefreie Kommunikation zu ermöglichen ist eine Verpflichtung gegenüber Menschen mit Behinderungen, die nicht nur den Freistaat Bayern, sondern auch die Bundesregierung fordert. 14,5 Millionen Menschen in Deutschland haben Hör- oder Sehbehinderungen – das sind rund 20% der Bevölkerung über 14 Jahre!

In Bayern fand dazu am 16. November 2015 die erste ressortübergreifende Fachtagung „Kommunikation heute – mobil und barrierefrei“ auf Initiative der interministeriellen Arbeitsgruppe „mobile Kommunikation Bayern“ statt. Frau Irmgard Badura, Behindertenbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, hat dazu ins Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration eingeladen. Rund 80 Betroffene und Experten aus ganz Bayern sind zusammengekommen.

Die Teilnahme von Menschen mit Behinderungen am politischen Leben demonstrierte Robin Ribback, CIO der Firma VerbaVoice, am Beispiel des Deutschen Bundestages und des  Bayerischen Landtages. Auch für diese Tagung waren Schrift- und Gebärdendolmetscher der Firma im Einsatz. Über 60 deutsche Filme und 30 internationale Blockbuster können mit den Apps Greta & Starks Menschen mit Behinderungen zugänglich gemacht werden – „damit wird Kino zum Erlebnis für Behinderte“, erklärte die Geschäftsführerin von Greta Starks, Seneit Debese, aus Berlin.  

Markus Meincke, Beauftragter für technische Kommunikation des Bayerischen Gehörlosenverbandes, verwies auf zahlreiche Hilfsmittel, die heute zur Verfügung sehen. Diese reichten von der Arbeitsassistenz über Schrift- und Gebärdendolmetscher,  interaktiven Whiteboards, Bildtelefonen und induktiven Höranlagen bis zu Skype oder WhatsApp. Ernst Heßdörfer, vom Bildungszentrum für Blinde und Sehbehinderte am Berufsförderungswerk Würzburg (BFW),demonstrierte zum Teil live, wie Apps und Smartphones Blinden und Sehbehinderten helfen, ihren Alltag zu meistern.

An der Fachtagung nahmen Vertreter des Bayerischen Rundfunks (BR), des Instituts für Rundfunktechnik (IRT), der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) sowie zahlreicher Ministerien, Regierungen Hochschulen und IT-Firmen teil. Ergebnis der Fachtagung ist die Erstellung einer „Orientierungshilfe barrierefreie mobile Kommunikation“, so Initiator Michael G. Möhnle, Leiter der interministeriellen Arbeitsgruppe Mobile Kommunikation Bayern. Sie soll Betroffenen Blinden und Sehbehinderten, Gehörlosen und Schwerhörigen aber auch Entwicklern und Informatikern Möglichkeiten aufzeigen und Hilfestellung geben, wie barrierefrei Kommunikation optimal umgesetzt oder angewandt werden kann.

Schon heute gebe es viele Möglichkeiten, über die Betriebssysteme der Smartphones Inhalte vorgelesen zu bekommen, Schriften und Kontraste zu optimieren oder Untertitel einzustellen.
Bayerns Behindertenbeauftragte Irmgard Badura appellierte an alle Teilnehmer dieser ersten Fachtagung mitzuhelfen, um  die geplante Orientierungshilfe 2016 realisieren zu können. Bayern sehe sich als Vorreiter für eine möglichst barrierefreie Kommunikation. Dazu müssten in einem ersten Schritt Informationen und Know How gebündelt und im Internet zugänglich gemacht werden, damit sich die Betroffenen  in der Welt der mobilen Kommunikation besser zurechtfinden können.